Kultur & Geschichte · MAURITIUS WISSEN

Mauritius verstehen: Flagge, Staatswappen, Sprachen und Inselkultur

Mauritius lässt sich an vielen kleinen Zeichen entdecken: vier Farben an einer Flagge, ein Dodo im Wappen, mehrere Sprachen auf dem Markt und Gotteshäuser verschiedener Religionen. Wer ihre Hintergründe kennt, sieht auf Reisen genauer hin.

Die Nationalflagge: Rot, Blau, Gelb und Grün

Die Nationalflagge: vier gleich große Streifen im Seitenverhältnis 3:2.

Die Flagge von Mauritius besteht aus vier gleich großen waagerechten Streifen. Von oben nach unten stehen Rot, Blau, Gelb und Grün. Die Regierung erklärt ihre Bedeutung so:

Tabelle bei Bedarf seitlich verschieben.

Die Farben der Mauritius-Flagge
FarbeBedeutung
RotDer Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit.
BlauDer Indische Ozean, in dem Mauritius liegt.
GelbDas neue Licht der Unabhängigkeit, das über der Insel leuchtet.
GrünDie Landwirtschaft und das ganzjährig grüne Erscheinungsbild der Insel.

Mauritius wurde am 12. März 1968 unabhängig. Die Flagge begegnet Ihnen an öffentlichen Gebäuden, bei Sportveranstaltungen und an Nationalfeiertagen. Ihre vier Farben sind ein leicht erkennbares gemeinsames Zeichen der Inselgesellschaft.

Das Staatswappen: Schiff, Palmen, Schlüssel und Stern

Der Schild ist viergeteilt. Er zeigt ein goldenes Schiff auf blauem Grund, drei grüne Palmen auf Gold, einen roten Schlüssel auf Gold sowie einen silbernen Stern über einer silbernen Spitze auf Blau. Links und rechts aus Sicht des Betrachters stehen ein Dodo und ein Sambarhirsch; beide halten außerdem Zuckerrohr.

Unter dem Schild steht das lateinische Motto Stella Clavisque Maris Indici: „Stern und Schlüssel des Indischen Ozeans“. Schlüssel und Stern im Schild greifen diese Worte sichtbar auf. Das Wappen verbindet damit die Insellage, ihre Geschichte und vertraute Symbole der Landschaft.

Das Staatswappen auf der offiziellen Regierungsseite ansehen

Der Dodo ist Wappentier, der Mauritiusfalke Nationalvogel

Der ausgestorbene Dodo ist einer der beiden Schildhalter und ein besonders bekanntes Symbol von Mauritius. Seine Geschichte erzählt von einer einzigartigen Tierwelt und tiefgreifenden Veränderungen durch die Besiedlung. Der Mauritiusfalke ist dagegen der heutige Nationalvogel und steht für eine lebende, geschützte Art.

Beide verdienen einen eigenen Blick. In unserem Dodo-Ratgeber erfahren Sie mehr über das Aussterben und finden eine künstlerische Rekonstruktion. Die Vogelübersicht stellt außerdem Paille-en-Queue und die Webervögel vor, die Urlaubern im Alltag begegnen können.

Kulturelle Vielfalt im Alltag

Hinduismus, Christentum und Islam prägen die Insel; auch buddhistische und weitere Traditionen gehören dazu. Tempel, Kirchen, Moscheen und chinesische Pagoden erzählen von unterschiedlichen Herkunftsgeschichten. Die Vielfalt zeigt sich ebenso in Festen, Namen und Gerichten. Sie ist ein wesentlicher Teil des mauritischen Zusammenlebens.

Besuchen Sie religiöse Orte mit Rücksicht auf die Menschen, die dort beten. Achten Sie auf Kleidungsvorgaben, ziehen Sie Schuhe aus, wo es verlangt wird, und fragen Sie vor Fotos von Personen oder Zeremonien. Ganga Talao ist ein guter Einstieg, um hinduistische Traditionen auf der Insel kennenzulernen. Ganga Talao auf der Karte

Englisch, Französisch und Morisyen

Englisch wird in Verwaltung und offiziellen Zusammenhängen verwendet. Französisch ist in Medien, Geschäften und im Tourismus weit verbreitet. Die wichtigste Alltagssprache ist Morisyen, das mauritische Kreolisch. Hinzu kommen weitere Sprachen, darunter Bhojpuri. Das Sprachbild ist deshalb vielfältiger als ein einzelnes Etikett „Amtssprache“ vermuten lässt.

Mit Englisch oder Französisch kommen Reisende meist gut zurecht. Ein freundlicher Gruß und geduldiges Nachfragen helfen oft mehr als perfekte Grammatik. In Liedern und Gesprächen hören Sie, wie selbstverständlich Menschen zwischen ihren sprachlichen Welten wechseln. Besonders schön zeigt sich das in der Sega-Musik.

Zuckerrohr: Landschaft und Geschichte

Zuckerrohrfelder prägen weite Teile der Landschaft. Der Zuckeranbau beeinflusste über Jahrhunderte Wirtschaft, Landnutzung und Arbeitswelt. Diese Geschichte ist auch mit Versklavung und später mit Arbeitsmigration verbunden. Ein grünes Feld am Straßenrand hat deshalb mehr Hintergrund, als das Urlaubsfoto erkennen lässt.

Wer sich dafür interessiert, kann einen Museumsbesuch oder eine Besichtigung bei einem Produzenten einplanen. In Chamarel lässt sich etwa die Herstellung von Rum aus Zuckerrohr kennenlernen. Die Küche und Getränke der Insel verbinden diese Geschichte mit dem heutigen Alltag.

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